Archiv der Kategorie: Pflanzen draußen

Zygophyllum gaetulum (?)

Am westlichsten Zipfel der Halbinsel Jandía auf Fuerteventura fiel uns an der Küste ein Strauch auf, der Zygophyllum fontanesii ähnelte. Die Blätter waren aber rot und kürzer, nicht länglich eiförmig, sondern elliptisch rund. Das sind Merkmale von Zygophyllum gaetulum. Diese Pflanze kommt nur im Süden Fuerteventuras vor – der Standort passt also.
Ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal sind auch die glockenförmigen Früchte, aber Früchte haben wir nicht gesehen, nur einige Reste von Blüten. Das Fragezeichen hinter dem Artnamen muss also stehenbleiben.
Eine Beschreibung von Zygophyllum gaetulum gibt es hier (pdf-Datei). In der Flora Vascular de Canarias ist die Pflanze nicht aufgeführt.

Zygophyllum fontanesii – Desfontaines-Jochblatt

Zygophyllum fontanesii begegnet man auf den meisten Kanarischen Inseln in unmittelbarer Küstennähe im Einflussbereich der Gischt und von salzigem Grundwasser. Die gegliederten Äste, eiförmig zylindrischen Blätter und die ebenfalls eiförmigen Früchte  machen den Eindruck, als seien die ganzen Sträucher aus etwas länglichen grünen und gelben Perlen zusammengesetzt.
In der Flora Vascular de Canarias wird die Pflanze als Tetraena fontanesii bezeichnet
Die folgenden Aufnahmen sind an der Nordwestküste am Istmo de la Pared entstanden.

Früchte (5-spaltige Kapseln)

Traganum moquinii – Moquins Traganum

Traganum moquinii sind bizarre  Sträucher, die in Küstennähe unter dem Einfluss von Flugsand wachsen. Der Sand sammelt sich im Gewirr der Zweige und der Strauch wächst aus dem Sand heraus. So entstehen Sandhügel mit Traganum moquinii darüber.
Die folgenden Fotos sind auf der Wanderung im westlichsten Zipfel der Halbinsel Jandía entstanden. Leider habe ich es versäumt, Aufnahmen von dieser Pflanze aus der Nähe zu machen. Ich verweise deshalb auf die hervorragenden Aufnahmen von Wolfgang Katz.

Tamarix canariensis – Kanarische Tamariske

Tamarix canariensis gibt es auf allen Kanarischen Inseln außer El Hierro. Sie ist häufig in Barancos  zu finden und an Stellen, wo die Wurzeln noch Wasser erreichen. Wir haben die Kanarische Tamariske beispielsweise im Barranco de las Peñitas gesehen. Auch im  Embalse de las Peñitas wächst die Tamariske. Dieser Stausee, der in den 30ger Jahren angelegt wurde, ist fast völlig mit Sedimenten zugesetz. Er ist meistens trocken und mit sichtbaren Salzausfällungen überzogen. Im März 2017 stand  aber über diesen Sedimenten schätzungsweise etwa 1/2 Meter  Wasser. Diese temporären Überflutungen machen Tamarix canariensis nichts aus, auch nicht der erhöhte Salzgehalt.

Stipa capensis – Gedrehtes Federgras

Im Wind wogende Grasbestände sieht man auf den Kanarischen Inseln relativ selten. Umso mehr fielen Bestände eines Federgrases (Stipa)  im Barranco de Tequerey auf.  Sehr wahrscheinlich handelt es sich um Stipa capensis
Dieses Gras ist im ganzen Mittelmeerraum, auf den Kanarischen Inseln, auf Madeira  und im Osten bis in den Iran verbreitet.