Archiv der Kategorie: Pflanzen zu Hause

Albuca spiralis

Albuca spiralis kommt aus dem Westkap in Südafrika.
Im Mai 2016 habe ich bei Dehner eine Albuca spiralis gesehen. Durch die spiralig gedrehten Blätter und einen bereits angelegten Blütenstand fiel mir dieses Zwiebelgewächs gleich auf und ich habe sofort darüber nachgedacht, ob diese Pflanze vielleicht noch auf die Fensterbank geht. Die „handliche“ Größe sprachen dafür. Ich habe nachgesehen: Albuca spiralis sollte im Herbst einziehen, sich trocken im Keller als Zwiebel überwintern lassen und außerdem nur langsam wachsen – ideal eigentlich bei winterlichem Platzmangel, wenn der Balkon nur noch für die Winterharten genutzt werden kann. Allerdings gab es auch andere Beschreibungen, nachdem die Pflanze am Naturstandort am Westkap im feuchten Winter wächst und den trockenen Sommer blattlos übersteht.
Ich habe die Pflanze erstmal auf den Balkon gesetzt. Geblüht hat Albuca spiralis  von Mai bis Juli.  Als dann die nächtlichen Temperaturen unter 5°C abzusinken  drohten, habe ich sie reingenommen und in das Schlafzimmerfenster gestellt kaum noch gegossen. Als die Temperaturen auf ca. 15°C abgesunken waren und die Pflanze völlig trocken stand, hat sie nicht etwa eingezogen, sondern weiter Blätter gebildet, die allerdings sehr kümmerlich und nicht mehr gedreht waren. Die Zwiebel fing an zu schrumpfen. Also keine Winterruhe, sondern Reaktion auf Wasser- und Wärmemangel. Ich habe deshalb einen warmen Standort am Ostfenster gewählt und wieder gegossen. Darauf trieb sie wieder prächtig aus und hat im Februar des Folgejahres  geblüht, allerdings nur spärlich. Seit Mai steht sie wieder draußen und hat im Juli-August wieder geblüht.
Eine echte Ruhephase ist gar nicht eingetreten, zumindest bis jetzt nicht. Wenn sie in diesem Jahr wieder nicht einzieht, werde ich sie gleich warm und hell überwintern.
Die Zwiebel meiner Albuca spiralis hat inzwischen einen Durchmesser von über 5 cm. Das liegt deutlich über den maximal 2,5 cm, die für die Art angegeben werden. Möglicherweise ist es eine Kultursorte wie „Frizzle Sizzle“ -das war aber nicht auf dem Etikett vermerkt. Vielleicht handelt es sich auch um eine andere, größere Art wie Albuca namaquensis.

Hier noch einige Fotos von der ersten Blüte im Juni 2016:

Und Aufnahmen vom August 2017:

Brasilopuntia brasiliensis

Vor etwa 10 Jahren habe ich einen Minikaktus erworben. Ein Etikett mit der Artbezeichnung war nicht dran. Allem Anschein nach eine kleine Opuntia, etwa 15 cm hoch und mit etwa 3 cm langen Gliedern (Platykladien).
Die ersten  2 Jahre stand die Pflanze in einem Glaszylinder, auch wegen der langen Dornen.
Diesem Glaszylinder ist der Kaktus längst entwachsen. Seitdem ich ihn im Sommer draußen auf der Fensterbank stehen habe, wächst er recht schnell und blüht auch. Die einzelnen Glieder sind zwar deutlich länger als anfangs – 6 bis 10 cm – , aber für eine Opuntie immer noch recht zierlich.
Inzwischen hat sich ein zylindrischer verholzender Stamm gebildet.
Ich habe emsig verglichen, sowohl Beschreibungen als auch Fotos. Demnach müsste es eine Brasilopuntia brasiliensis sein.  Sowohl der zylindrische Stamm, die Bedornung, die Blüten, die Form und Farbe der „Ohren“  als auch die Früchte sind typisch für diese Art.
Leider habe ich beim Fotografieren nicht richtig aufgepasst, so dass der Stamm teilweise durch den stabilisierenden Stab verdeckt ist.

Brasilopuntia brasiliensis

Camera
DMC-FZ100
Focal Length
4.5mm
Aperture
f/4
Exposure
1/125s
ISO
100

Brasilopuntia brasiliensis
Brasilopuntia brasiliensis

Brasilopuntia brasiliensis
Brasilopuntia brasiliensis
Brasilopuntia brasiliensis

Die Früchte überwintern und färben sich erst im folgenden Jahr rotbraun, wie auf dem letzten Foto zu sehen.
Die Pflanze wurde immer warm überwintert, in Ermangelung eines geeigneten Platzes sogar über der Heizung. Das hatte der Kaktus bis zum vergangenen Jahr auch ganz gut toleriert. Im Winter 2015/2016 wurde aber ein starker Schildlausbefall  sichtbar, besonders im unteren Teil. Trotz mehrfacher Behandlung mit Lizetan-Zierpflanzenspray und trotz des Versuches, den Befall mechanisch zu mindern, sind im Sommer ganze Teile abgestorben.
Da der Kaktus inzwischen  zu groß geworden war (in der Natur soll er bis 20 m hoch werden!) und teilweise auch unansehnlich, habe ich den oberen Teil abgeschnitten. Dieser Teil überwintert nun auf dem Schlafzimmerschrank, wo die Temperatur nicht gar so hoch ist, aber kaum unter 15°C sinkt. Ich hoffe, im nächsten Jahr wieder eine ansehnliche Pflanze daraus heranziehen zu können.

Update 2017:
Den abgeschnittene obere Teil habe ich im April in Substrat gesteckt. Er ist sehr gut angewachsen. Jetzt, im August, hat er sogar eine Blüte.

Tropaeolum – Kapuzinerkresse (majus und peregrinum)

Die Kapuzinerkressen (Tropaeolaceae) sind eine Familie der Ordnung  der Kreuzblütlerartigen (Brassicales), wozu natürlich die bei uns weit verbreiteten und artenreichen die Kreuzblütengewächse (Brassicaceae) gehören, aber auch die  Kaperngewächse (Capparaceae). Es ist deshalb kein Zufall, wenn viele Vertreter aus den genannten Familien Senfölglycoside enthalten, so auch die Kapuzinerkressen. Blätter und Blüten geben Salaten einen besonderen, etwas scharfen Geschmack. Und die jungen, noch weichen Samen kann man sehr gut als „Falsche Kapern“ verwenden, durch Einlegen in Essig oder -was ich viel besser finde- Einlegen in grobes Meersalz.
Aber natürlich sind die Kapuzinerkressen wegen ihrer attraktiven Blüten auch beliebte Zierpflanzen.  Die Blüten sind zygomorph, d.h. nicht rotationssymmetrisch.

Die Große Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus) ist eine recht anspruchslose und häufig zu sehende Art (bzw. eine Hybride) mit vielen Sorten mit verschiedenen Blütenfarben, meist gelb und/oder rot. Ich stecke im Frühjahr, wenn keine starken Nachtfröste mehr drohen, einfach ein paar Samen in die Erde – das wird immer was.
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Seltener zu sehen ist die  Kanarische Kapuzinerkresse (Tropaeolum peregrinum). Vielleicht liegt das daran, dass die Aussaat nicht ganz so einfach ist. Ich habe in diesem Frühjahr ungefähr 10 Samen in die Erde gesteckt, so wie ich das immer mit der Großen Kapuzinerkresse mache. Es ist daraus aber nur eine Pflanze geworden. Diese hat sich erst recht spät (im Juli) kräftig entwickelt. Im September begann sie zu blühen. Trotz einiger Nächte mit leichtem Frost blüht sie bis jetzt (17.10.15).
Wahrscheinlich ist eine Vorkultur im Zimmer bei dieser Art günstiger.
Die Kanarische Kapuzinerkresse stammt aus den peruanischen Anden . Von dort aus wurde sie auf die Kanarischen Inseln gebracht und kultiviert. Dann erst kam sie nach Europa, wodurch sich der deutsche Namen erklärt.
Die Blütenform ist durch die starke Differenzierung der Blütenblätter sehr apart. Auch die Blätter sehen anders aus als die der „normalen“ Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus), sie sind fünflappig und relativ klein.

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Es gibt noch einige Arten von Kapuzinerkressen, die für den Balkon interessant wären: Tropaeolum tuberosum, Tropaeolum tricolor, Tropaeolum polyphyllum. Das sind knollenbildende Arten, die man ohne Aufwand im Keller überwintern könnte. Sie scheinen aber wirkliche Raritäten zu sein. Mir ist es nicht gelungen, Samen aufzutreiben (wobei ich mich allerdings auf deutschsprachige Internetseiten beschränkt habe). Bei diesen Arten wäre auch wirklich nur in einem sehr warmen und langem Sommer mit Blüten zu rechnen, aber probieren würde ich das sicher trotzdem.

Amorphophallus konjac – Teufelszunge

Im Juli 2014 haben wir zwei Pflanzen als „Titanwurz“ erhalten.
Nach allem, was ich darüber gelesen habe, müsste es sich um Amorphopallus konjac handeln. Eine schöne Übersicht über die Amorphophallus-Arten gibt es beispielsweise hier.
Amorphopallus konjac  ist zwar deutlich kleiner als Amorphophallus titanum, der wirklich die Bezeichnung Titanwurz zukommt, wird aber auch bis zu 2 m groß. Die größere von unseren beiden Pflanzen ist jetzt (22.10.2016) etwa 60 cm hoch und hat eine „Spannweite“ von knapp einem Meter.
Die Amorphophallus-Arten bilden fast immer nur ein Blatt aus, das aber durch die gegliederte Blattspreite den Eindruck eines Bäumchens macht.
Ich habe die Pflanzen auf den Balkon gestellt.  Im Spätherbst vergilben die Blätter langsam und sterben ab. Die Knollen bewahre ich im Keller ohne Substrat auf, ab und zu leicht besprüht.
Wenn sich die ersten Knospen zeigen (2016 war das im Juni), pflanze ich die Knollen ein. Es dauert ein paar Wochen, bis sich das Blatt voll ausbildet.

Die beiden Pflanzen im Juli 2015:
Die größere von der Seite, auch 2015:
Teufelszunge, Tränenbaum

Die größere Pflanze Ende Juni 2016:
Teufelszunge, Tränenbaum

Der Blattstiel aus der Nähe:Teufelszunge, Tränenbaum

Bald können wir unseren Sonnenschirm verkaufen:Teufelszunge, Tränenbaum

Wie groß bzw. schwer eine Knolle sein muss, um eine Blüte zu treiben, dazu gibt es verschiedene Angaben. Die reichen von 500g bis 1,5 kg. Ich werde die Knolle mal wiegen, wenn ich sie aus der Erde genommen habe. Aber bis zur Blüte wird es wohl noch einige Jahre dauern.
Das ist mir auch ganz recht, denn obwohl ich schon mal gerne eine solche Blüte auf dem Balkon hätte, fürchte ich doch, dass diese zur Unzeit eintritt, also bevor die Temperaturen auf dem Balkon hoch genug sind, um die Teufelszunge raus zu stellen. Wegen des starken Aasgeruches der Blüte wird man diese kaum im Zimmer dulden können.

Scadoxus multiflorus – Blutblume

Synonym: Haemanthus multiflorus, weitere deutsche Bezeichnung:  Feuerball-Lilie.
Diese prächtige Pflanze stammt aus Afrika. Sie kommt subsaharisch in tropischen Gebieten, aber auch bis zum Ostkap Südafrikas vor, also auch in Gebieten mit ausgeprägten Trockenzeiten.
Im zeitigen Frühjahr 2014 habe ich mir eine Zwiebel gekauft. Die habe ich gleich eingepflanzt und den Topf auf die Fensterbank gestellt. Temperatur immer so um die 20°C. Die Erde wurde immer leicht feucht gehalten.
Bis Juli tat sich nichts. Dann trieb die Zwiebel aus, aber es kam keine Blüte, nur Blätter.
Diese zogen aber nicht im Herbst ein, wie in den meisten Beschreibungen zu lesen ist. Im Mai 2015 stand die Pflanze unverändert mit einigen kräftigen Blättern da. Als es warm genug war, habe ich sie auf den Balkon gestellt. Nach kurzer Zeit begannen die Blätter zu vergilben und verfielen innerhalb von wenigen Tagen. Vielleicht waren die kühleren Nachttemperaturen (manchmal nur 8°C) der Auslöser, im Zimmer ist es nachts kaum kälter als tagsüber. Die Wurzeln zeigten keinerlei Absterbeerscheinungen, weshalb ich die Zwiebel im Topf gelassen habe.
Da es später im Mai und im Juni 2015 nachts oft sehr kalt war, habe ich den Topf mit der Zwiebel wieder ins Fenster gestellt. Anfang Juli war eine grüne Spitze zu sehen, aus der erst langsam, dann immer schneller Blätter und ein Blütenstand wuchsen. Wieder auf dem Balkon, vor praller Sonne geschützt, entwickelte sich ein sehr prächtiger Blütenstand:

20150710-2152 Bl
10. Juli
20150711-002-11 Bl
11. Juli
11. Juli
11. Juli
20150712-004-2 Bl
12. Juli
16. Juli
16. Juli
16. Juli
16. Juli
16. Juli
16. Juli
16. Juli
16. Juli