Schlagwort-Archive: Asteraceae

Reichardia tingitana – Tanger-Reichardie

Reichardia tingitana fällt durch die im Verhältnis zur ganzen Pflanze sehr großen gelben Blütenköpfe mit einem violetten Ring im innern auf. Dieser Ring entsteht durch die violette Basis der Zungenblüten. Die Tanger-Reichardie ist recht häufig auf trockenen, sandigen Standorten in Küstennähe und in Felsfluren anzutreffen.
Wir haben Reichardia tingitana auf der Wanderung zur Ermita Virgen del Tanquito, über den Istmo de La Pared und oberhalb der Playa Barca  fotografiert.

Nauplius sericeus – Seidenhaariger Goldstern

Nauplius sericeus wird in der Flora Vascular de Canarias als Asteriscus sericeus bezeichnet. Ich weiß nicht, welcher Gattungsname aktuell gilt, häufiger wird Nauplius benutzt.
Nauplius sericeus kommt nur auf Fuerteventura natürlich vor. Es gibt aber noch eine zweite, sehr ähnliche Art, die Auf Lanzarote und Fuerteventura wächst: Nauplius intermedius bzw. Asteriscus intermedius, der Seidige Goldstern. Eine eindeutige Unterscheidung der beiden Arten ist mir nicht möglich.
Auf jeden Fall wird der Goldstern seinem Namen voll gerecht. Die recht großen Blüten sind leuchtend gelb. Aber auch das seidig glänzende Laub fällt auf.
Wir haben diesen Goldstern auf der Wanderung von Toto auf die Degollada de los Granadillos und auf der Wanderung von Betancuria zum  Mirador de Morro Velosa gesehen.

Launaea nudicaulis – Nacktstengeliger Dornlattich

Viel unauffälliger als sein verwandter, der Strauch-Dornenlattich (Launaea arborescens), ist der nacktstengelige Dornlattich (müsste wohl eigentlich nachstängelig heißen). Ob er wirklich auch viel seltener als dieser ist, kann ich nicht beurteilen. Wir wandern und fotografieren die Pflanzen, die uns auffallen. Pflanzen von Launaea nudicaulis, die nicht blühen, werden so garantiert übersehen. Und blühende Exemplare sieht man so sicher auch nur, wenn sie direkt am Wegesrand wachsen.
Die Pflanzen bestehen aus einer Blattrosette, aus deren Mitte eine Blüte an einem wenige Zentimeter langen Blütenstängel herauswächst. Wir haben Launaea nudicaulis bei der Wanderung am westlichsten Zipfel der Halbinsel Jandía gesehen und fotografiert.

Kleinia neriifolia – Oleanderblättrige Kleinie

Kleinia neriifolia blüht zumeist August. Im März 2017 konnten wir also kaum blühenden Pflanzen fotografieren, aber dafür solche mit frischen grünen Blättern. Diese als auch die Wuchsformen der ganzen Pflanze sind sehr verschieden, je nach Standortbedingungen. Es gibt sehr bizarr geformte Sträucher (Foto 1 und 2) und bäumchenartig mit einem Stamm wachsende (Foto 3 und 4). Am Barranco de las Peñitas, also in einem Gebiet mit ziemlich guter Wasserversorgung, waren die Blätter ungewöhnlich groß (Foto 5).
Im Sommer werden die Blätter gewöhnlich abgeworfen.
Kleinia neriifolia gibt es nur auf den kanarischen Inseln, und zwar auf allen. Überall im Sukkukentenbusch ist sie zu finden, zusammen mit den strauchförmig wachsenden Euphorbien. Diese haben eine ähnliche Wuchsform, als Federbuschstrauch bezeichnet.
Kleinia ist mit Senecio (Greiskraut) verwandt,  und wurde deshalb auch Senecio kleinia bezeichnet.
Als Zimmerpflanze ist sie auch unter dem völlig unzutreffenden Namen „Affenpalme“ bekannt.
Häufig werden die Blätter abgefressen, wahrscheinlich von Ziegen, treiben aber schnell wieder nach. Das ist im ersten Foto zu sehen.

Während  unserer ersten Reise nach Fuerteventura 2012, auch im März, haben wir aber eine blühende Kleinia gesehen. Das Foto ist in Küstennähe irgendwo zwischen Caleta de Fuste – Salinas del Carmen – Puerto de la Torre entstanden. Die Korbblüten sind sehr schmal und haben eine röhrenförmige Hülle. Auf den ersten Blick sehen sie gar nicht wie Korbblütler (Asteraceae) aus. Aber Blüten einiger Senecio-Arten wie Senecio sylvaticus ähneln ihnen schon.