Eselstation

Eisenach

Nun hat es endlich mal über Ostern 2009 mit ein paar Urlaubstagen in Eisenach geklappt. Eisenach begrüßte uns mit herrlichem Frühlingswetter. Wir wohnten im Südviertel am Wartburghang im Hotel Hainstein, das ich als Ausgangspunkt für Wanderungen sehr empfehlen kann. Eigentlich hätte man von der Terrasse den ganzen Tag den wundervollen Blick zur Wartburg genießen können, wir haben uns aber in die herrlichen Wälder aufgemacht. Und dies eine Woche lang, ohne das Auto oder ein anderes öffentliches Verkehrsmittel zu nutzen, so wie ich es in meinem Beitrag vom 26.11.2007 angedeutet habe.

Empfehlen möchte ich hier eine Wanderung im Naturschutzgebiet „Wartburg-Hohe Sonne“, die etliche schöne Ausblicke auf die Wartburg aber auch auf das Thüringer Vorland bietet und nicht zu sehr von Touristenströmen überflutet wird: Am Hainstein – Prinzenteich – Mariental – Landgrafenschlucht – Herzogseiche/ Carolinenblick – Großer Drachenstein- Weinstraße – Hohe Sonne – Rennsteig – Wilde Sau – Sängerwiese – Fuß der Wartburg – Eselstation – Am Hainstein.

(Beschreibung dieser Wanderung auf unserer Website mit Start am Frauenplan: Eisenach – Drachenstein – Wilde Sau)

Wartburg im April 2009 vom Carolinenblick

Die Stadt begegnete uns ebenfalls freundlich mit vielen kleinen Kaffees und Restaurants, natürlich auch mit den bekannten Sehenswürdigkeiten wie Lutherhaus und Bachhaus. Bei letzterem betrachtete ich den neuen Museumsanbau mit gemischten Gefühlen. Ich finde ihn zu globig vor den Bachtreppen. In der Nähe bin ich aufgewachsen und bin jeden Tag am Bachhaus vorbei gegangen und kenne es eben noch unverbauter. Aber vielleicht sehe ich dies in 20 Jahren auch wieder anders …

Bachhaus im April 2009

Am Rathaus war auch die Opelfahne nicht zu übersehen. Ich hoffe, dass sich hier eine befriedigende Lösung findet und der Fahrzeugbau in Eisenach eine Zukunft hat. Irgendwie fühle ich mich damit doch noch verbunden, habe ich doch im Automobilwerk Eisenach als Schüler erste Kenntnisse in der Produktionsarbeit (kennt man heute nicht mehr) erhalten und auch den einen oder anderen Ferienjob ausgeübt.

Ich denke, in Eisenach wird viel für den Tourismus getan und dies sicher bei knappen finanziellen Mitteln. Die Wartburg wurde ja 1999 von der UNESCO in die Liste des Welterbes der Menschheit aufgenommen. Dies wirkt sich auf alle Fälle positiv auf den Erhalt und Pflege der Burg aus, auch finanziell. Nichts Sichtbares ist marode und neue Ausstellungs- und Ausblickgelegenheiten wurden geschaffen. In diesem Zusammenhang mussten wir natürlich an das in unserer jetzigen Heimat liegende Dresdner Elbtal denken, dessen Verbleib auf der Welterbeliste durch den Bau der Waldschlösschenbrücke aufs Spiel gesetzt wird …

Hohe Sonne im April 2009

Noch etwas erfüllte mich mit Traurigkeit: der Zustand der Hohen Sonne. Wir tangierten sie zweimal in der kurzen Zeit. Ich hatte das Haus mit guter und gepflegter Gastronomie im Innen- und Außenbereich in Erinnerung, obwohl das Gebäude schon Ende der 80er Jahre wegen Baufälligkeit geschlossen werden musste. Sicher bekommt man auch heute seine leckere Thüringer Bratwurst aber spätestens bei Benutzung der sanitären Anlagen ist der Spaß vorbei. Wie geht es hier weiter nach über zwanzig Jahren in Privatbesitz? Ist Privateigentum vielleicht doch nicht das Allheilmittel?


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