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Blaualgen (Cyanobacteria)

MIt Blaualgen als Plage hatte ich bis zum Juni 2020 nie zu tun. Natürlich gab es sie auch in meinen Aquarien, aber kaum sichtbar.  Lediglich im oberen Bodengrund an der Frontscheibe konnte man sie sehen – und beim Absaugen auch riechen.
Über Blaualgen, die keine Algen sind, und ihre Bekämpfung ist im Internet viel zu finden. Ein sehr guter Beitrag findet sich z.B. bei Aquamax. Ich will nur über eigene Erfahrungen berichten.
Das Aquarium 1 lief 8 Jahre. Der Fischbesatz war ein anderer, auch der Pflanzenbestand hatte sich geändert, aber Bodengrund und Hamburger Mattenfilter waren noch dieselben. Ziemlich plötzlich, innerhalb von wenigen Wochen, entwickelte sich ein dichter Belag von Grünalgen auf den Blättern der Wasserpflanzen. Auch die Scheiben musste ich alle paar Tage reinigen. Das NO3 lag bei 25 mg/l  (nur mit Teststäbchen gemessen) – also schon im oberen optimalen Bereich, während dieser Wert früher bei 10 lag. Andere Wasserwerte waren unauffällig. Ich habe deshalb erstmal die Düngung eingestellt und einen großzügigen Wasserwechsel gemacht. Trotzdem kamen nach kurzer Zeit noch Blaualgen dazu, die alles überwucherten. Abstreifen und Absaugen brachten keinen Erfolg, am nächsten Tag war alles nachgewachsen.
Deshalb habe ich es mit einer Dunkelkur versucht. Das ist ebenfalls bei Aquamax beschrieben. Ich habe vorsichtshalber die Dunkelkur auf 8 Tage ausgedehnt. Auch den 90%igen Wasserwechsel habe ich nicht vergessen. Algen und Blaualgen waren danach zwar nicht völlig verschwunden, aber auf ein erträgliches Maß reduziert . Nach wenigen Tagen war wieder alles überwuchert, weniger von Grünalgen, aber umso mehr von Blaualgen. Es ist nicht nur ein unerfreulicher Anblick, auch der Geruch ist ziemlich schlimm.
Als nächstes habe ich die Wasserstoffperoxid-Kur versucht, wie es bei Aqausabi beschrieben ist. Bei dem starken Befall habe ich gleich die angegebene Höchstdosis von Wasserstoffperoxid (35 ml 3%ige Wasserstoffperoxid-Lösung auf 50 Liter Wasser) und die Kombination mit Easy Carbo angewandt, letzteres auch in der höchsten Dosis (2 ml auf 50 l Aquarienwasser). Das habe ich 6 Tage gemacht. Eine Beeinträchtigung von Fischen (Makropoden) und Schnecken (verschiedene Neritina-Arten) war nicht festzustellen, Dagegen fühlten sich die Fische bei starkem Blaualgen-Befall sichtlich unwohl.
Endlich waren die Blaualgen verschwunden – aber nur 2 Tage lang. Dann bildeten sich auf dem Bodengrund wieder Blaualgenbelag. Damit war nun aber auch klar, wo die Ursache lag, nämlich im Bodengrund. Nachdem ich etwa eine Woche täglich diese Blaualgennester abgesaugt hatte, habe ich mich für eine Neueinrichtung des Beckens entschieden.
Das hätte ich gleich machen sollen. Aber mir war nicht von Anfang an die Ursache für die Massenvermehrung der Blaualgen klar. Beim Ausräumen des Beckens war ich doch über die große Menge von Schlamm erstaunt. Besonders zwischen den Steinen, auf denen Anubias und Javafarn wuchsen, war alles voll übelriechenden Schlamms.
Noch etwas zur Neueinrichtung:
Ich habe alles wiederverwendet, den alten Kies, die alte Filtermatte, die Steine und die Pflanzen. Den Kies und die Filtermatte habe ich gründlich gewaschen, die Steine abgebürstet. Der Bodengrund ist jetzt auch nicht mehr 9 cm hoch, sondern nur 5. Die Steine sind unten völlig von Kies umgeben. So will ich zukünftig solche Fäulenester und Brutstätten von Blaualgen vermeiden. Die Pflanzen habe ich über Nacht in Wasserstoff-Peroxidlösung gelegt (35 ml 3%ige Wasserstoffperoxid-Lösung auf 50 Liter Wasser) und vorher Algen- und Blaualgenbeläge abgestriffen.
Die Verwendung des alten Bodengrundes und der alten Filtermatte hatte den Vorteil, dass das Aquarium nicht wieder neu eingefahren werden musste. Es gab keinerlei Nitrit-Peak.
Da sich die Wasserstoffperoxid-Lösung eigentlich als gut wirksam gegen Blaualgen erwiesen hatte, habe ich vorbeugend einen Söchting-Oxydator in das Aquarium gesetzt. Das ist sicher nicht unbedingt notwendig, schadet aber sicher nicht. Durch die üppige Bepflanzung ist das nicht sehr dekorative Teil gut zu verstecken.

Nach gut 4 Wochen scheint alle in Ordnung zu sein. Keine Blaualgen sind zu sehen. Auf einigen Blättern in der Nähe der Aquarienleuchte wachsen zwar Grünalgen, aber das betrachte ich als normal.

Albuca spiralis

Albuca spiralis kommt aus dem Westkap in Südafrika.
Im Mai 2016 habe ich bei Dehner eine Albuca spiralis gesehen. Durch die spiralig gedrehten Blätter und einen bereits angelegten Blütenstand fiel mir dieses Zwiebelgewächs gleich auf und ich habe sofort darüber nachgedacht, ob diese Pflanze vielleicht noch auf die Fensterbank geht. Die „handliche“ Größe sprachen dafür. Ich habe nachgesehen: Albuca spiralis sollte im Herbst einziehen, sich trocken im Keller als Zwiebel überwintern lassen und außerdem nur langsam wachsen – ideal eigentlich bei winterlichem Platzmangel, wenn der Balkon nur noch für die Winterharten genutzt werden kann. Allerdings gab es auch andere Beschreibungen, nachdem die Pflanze am Naturstandort am Westkap im feuchten Winter wächst und den trockenen Sommer blattlos übersteht.
Ich habe die Pflanze erstmal auf den Balkon gesetzt. Geblüht hat Albuca spiralis  von Mai bis Juli.  Als dann die nächtlichen Temperaturen unter 5°C abzusinken  drohten, habe ich sie reingenommen und in das Schlafzimmerfenster gestellt kaum noch gegossen. Als die Temperaturen auf ca. 15°C abgesunken waren und die Pflanze völlig trocken stand, hat sie nicht etwa eingezogen, sondern weiter Blätter gebildet, die allerdings sehr kümmerlich und nicht mehr gedreht waren. Die Zwiebel fing an zu schrumpfen. Also keine Winterruhe, sondern Reaktion auf Wasser- und Wärmemangel. Ich habe deshalb einen warmen Standort am Ostfenster gewählt und wieder gegossen. Darauf trieb sie wieder prächtig aus und hat im Februar des Folgejahres  geblüht, allerdings nur spärlich. Seit Mai steht sie wieder draußen und hat im Juli-August wieder geblüht.
Eine echte Ruhephase ist gar nicht eingetreten, zumindest bis jetzt nicht. Wenn sie in diesem Jahr wieder nicht einzieht, werde ich sie gleich warm und hell überwintern.
Die Zwiebel meiner Albuca spiralis hat inzwischen einen Durchmesser von über 5 cm. Das liegt deutlich über den maximal 2,5 cm, die für die Art angegeben werden. Möglicherweise ist es eine Kultursorte wie „Frizzle Sizzle“ -das war aber nicht auf dem Etikett vermerkt.

Hier noch einige Fotos von der ersten Blüte im Juni 2016:

Und Aufnahmen vom August 2017:

Zygophyllum gaetulum (?)

Am westlichsten Zipfel der Halbinsel Jandía auf Fuerteventura fiel uns an der Küste ein Strauch auf, der Zygophyllum fontanesii ähnelte. Die Blätter waren aber rot und kürzer, nicht länglich eiförmig, sondern elliptisch rund. Das sind Merkmale von Zygophyllum gaetulum. Diese Pflanze kommt nur im Süden Fuerteventuras vor – der Standort passt also.
Ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal sind auch die glockenförmigen Früchte, aber Früchte haben wir nicht gesehen, nur einige Reste von Blüten. Das Fragezeichen hinter dem Artnamen muss also stehenbleiben.
Eine Beschreibung von Zygophyllum gaetulum gibt es hier (pdf-Datei). In der Flora Vascular de Canarias ist die Pflanze nicht aufgeführt.

Zygophyllum fontanesii – Desfontaines-Jochblatt

Zygophyllum fontanesii begegnet man auf den meisten Kanarischen Inseln in unmittelbarer Küstennähe im Einflussbereich der Gischt und von salzigem Grundwasser. Die gegliederten Äste, eiförmig zylindrischen Blätter und die ebenfalls eiförmigen Früchte  machen den Eindruck, als seien die ganzen Sträucher aus etwas länglichen grünen und gelben Perlen zusammengesetzt.
In der Flora Vascular de Canarias wird die Pflanze als Tetraena fontanesii bezeichnet
Die folgenden Aufnahmen sind an der Nordwestküste am Istmo de la Pared entstanden.

Früchte (5-spaltige Kapseln)

Traganum moquinii – Moquins Traganum

Traganum moquinii sind bizarre  Sträucher, die in Küstennähe unter dem Einfluss von Flugsand wachsen. Der Sand sammelt sich im Gewirr der Zweige und der Strauch wächst aus dem Sand heraus. So entstehen Sandhügel mit Traganum moquinii darüber.
Die folgenden Fotos sind auf der Wanderung im westlichsten Zipfel der Halbinsel Jandía entstanden. Leider habe ich es versäumt, Aufnahmen von dieser Pflanze aus der Nähe zu machen. Ich verweise deshalb auf die hervorragenden Aufnahmen von Wolfgang Katz.